• 歐洲之聲發刊詞 Eng
  • 關於我們 About us
  • 隱私條款 Privacy Policy
  • 提供新聞 Authors contributions
  • 連絡我們 Contact us
歐洲之聲 Sino Euro Voices
  • 首頁
  • 關注熱點

    中國正在日本複製對台滲透模式

    時薪74歐元vs.12歐元:大眾文件披露德中工廠的比較

    杜斌:我對這裡的人們懷有深摯的愛與痛,所以貼近大地、艱難前行

    中尼邊境山洪 人禍大於天災

    G20財長會19國同意應對廉價出口 唯獨中國反對

    上一個 下一個
  • 政經論壇

    中國正在日本複製對台滲透模式

    時薪74歐元vs.12歐元:大眾文件披露德中工廠的比較

    中尼邊境山洪 人禍大於天災

    北京為台海戰爭大修國防動員法

    美國對華貿易:從「貿易戰」走向「執法戰」

    上一個 下一個
  • 人權觀察

    杜斌:我對這裡的人們懷有深摯的愛與痛,所以貼近大地、艱難前行

    倫敦民主志士舉行聯合聲援香港支聯會

    【老陳時評】洪水來自何方 ?人要敬畏天命

    高兟獲刑印證,侮辱英烈是懸在中國人頭頂的達摩克利斯之劍

    中國人大審議《反跨境腐敗法》 跨國打貪行動法制化

    上一個 下一個
  • 人文天下

    【文革60週年】以「革命」之名,行破壞之實——文革中「暴民政治」的根源

    川軍「死字旗」背後的事實真相

    男大難婚,女大難嫁:中國婚姻狀況

    站在人性與道義角度論英雄——向李卓仁、鄒幸彤、何俊仁致敬

    當幽影之國走進全球目光

    上一個 下一個
  • 歐洲風情

    再見,巴塞羅那!

    歐洲民主防護盾 為何與如何打造

    巴黎開業首日 Shein深陷輿論風暴

    展示向日葵的土地:艾未未深入「戰爭腹地」拍攝關於烏克蘭的電影

    歐洲思想文化長廊:德國浪漫主義之四:豐饒之地–哥尼斯堡的傳奇

    上一個 下一個
  • 文學世界

    再見,巴塞羅那!

    和平始於真實的聲音——在戰爭與謊言時代作家的責任

    水晶般的精神:喬治奧威爾與西班牙內戰

    瑞典茉莉第十二次自選題畫詩10首

    幸好,1980年代中國引進了《1984》

    上一個 下一個
  • 視頻薈萃

    首屆劉曉波人權獎頒獎典禮

    聖尼古拉教堂:和平祈禱與自由精神的象徵

    《法蘭克福彙報》:歐洲向中國靠近

    CHINA UND WIR · Ein riskantes Spiel

    為信仰與理想奮鬥一生——劉曉波逝世 8 周年紀念會

    上一個 下一個
  • 專文
    • 田牧新著
    • 淇園漫步
    • 田牧筆談
    • 老陳時評
    • 胡平論政
    • 香江寄語
    • 北京觀察
    • 比爾曼自傳
    • 潤南文苑
    • 雪山下的火焰
    • 嚴家祺新著
    • 嚴家祺新著
    • 老魏論天下
    • 六四專欄
    • 追思萬潤南
    • 民運交流
    • 文革60週年
  • 古典音樂

    精選舒伯特鋼琴古典音樂Ⅱ

    約翰斯特勞斯「春之聲」圓舞曲

    維瓦地古典音樂精選

    孟德爾松古典音樂

    布拉姆斯古典音樂精選

    上一個 下一個
  • English

    戰爭、高溫、難民危機:失去對自身命運掌控的歐洲Europe’s Control of Its Fate Is Tested by Iran and Ukraine Wars, Wildfires and Migration

    亞洲安全局勢正經歷一場歷史性的轉變A New Security Order Is Taking Shape in Asia

    台灣還能獲救嗎? ——美國實力的衰退與這座民主島嶼的未來

    堅定不移的道德勇氣-劉曉波人權獎授予記者張展和牧師羅蘭德·庫納

    《零八憲章》對全球憲法改革辯論作出了重大貢獻

    上一個 下一個
  • 首頁
  • 關注熱點

    中國正在日本複製對台滲透模式

    時薪74歐元vs.12歐元:大眾文件披露德中工廠的比較

    杜斌:我對這裡的人們懷有深摯的愛與痛,所以貼近大地、艱難前行

    中尼邊境山洪 人禍大於天災

    G20財長會19國同意應對廉價出口 唯獨中國反對

    上一個 下一個
  • 政經論壇

    中國正在日本複製對台滲透模式

    時薪74歐元vs.12歐元:大眾文件披露德中工廠的比較

    中尼邊境山洪 人禍大於天災

    北京為台海戰爭大修國防動員法

    美國對華貿易:從「貿易戰」走向「執法戰」

    上一個 下一個
  • 人權觀察

    杜斌:我對這裡的人們懷有深摯的愛與痛,所以貼近大地、艱難前行

    倫敦民主志士舉行聯合聲援香港支聯會

    【老陳時評】洪水來自何方 ?人要敬畏天命

    高兟獲刑印證,侮辱英烈是懸在中國人頭頂的達摩克利斯之劍

    中國人大審議《反跨境腐敗法》 跨國打貪行動法制化

    上一個 下一個
  • 人文天下

    【文革60週年】以「革命」之名,行破壞之實——文革中「暴民政治」的根源

    川軍「死字旗」背後的事實真相

    男大難婚,女大難嫁:中國婚姻狀況

    站在人性與道義角度論英雄——向李卓仁、鄒幸彤、何俊仁致敬

    當幽影之國走進全球目光

    上一個 下一個
  • 歐洲風情

    再見,巴塞羅那!

    歐洲民主防護盾 為何與如何打造

    巴黎開業首日 Shein深陷輿論風暴

    展示向日葵的土地:艾未未深入「戰爭腹地」拍攝關於烏克蘭的電影

    歐洲思想文化長廊:德國浪漫主義之四:豐饒之地–哥尼斯堡的傳奇

    上一個 下一個
  • 文學世界

    再見,巴塞羅那!

    和平始於真實的聲音——在戰爭與謊言時代作家的責任

    水晶般的精神:喬治奧威爾與西班牙內戰

    瑞典茉莉第十二次自選題畫詩10首

    幸好,1980年代中國引進了《1984》

    上一個 下一個
  • 視頻薈萃

    首屆劉曉波人權獎頒獎典禮

    聖尼古拉教堂:和平祈禱與自由精神的象徵

    《法蘭克福彙報》:歐洲向中國靠近

    CHINA UND WIR · Ein riskantes Spiel

    為信仰與理想奮鬥一生——劉曉波逝世 8 周年紀念會

    上一個 下一個
  • 專文
    • 田牧新著
    • 淇園漫步
    • 田牧筆談
    • 老陳時評
    • 胡平論政
    • 香江寄語
    • 北京觀察
    • 比爾曼自傳
    • 潤南文苑
    • 雪山下的火焰
    • 嚴家祺新著
    • 嚴家祺新著
    • 老魏論天下
    • 六四專欄
    • 追思萬潤南
    • 民運交流
    • 文革60週年
  • 古典音樂

    精選舒伯特鋼琴古典音樂Ⅱ

    約翰斯特勞斯「春之聲」圓舞曲

    維瓦地古典音樂精選

    孟德爾松古典音樂

    布拉姆斯古典音樂精選

    上一個 下一個
  • English

    戰爭、高溫、難民危機:失去對自身命運掌控的歐洲Europe’s Control of Its Fate Is Tested by Iran and Ukraine Wars, Wildfires and Migration

    亞洲安全局勢正經歷一場歷史性的轉變A New Security Order Is Taking Shape in Asia

    台灣還能獲救嗎? ——美國實力的衰退與這座民主島嶼的未來

    堅定不移的道德勇氣-劉曉波人權獎授予記者張展和牧師羅蘭德·庫納

    《零八憲章》對全球憲法改革辯論作出了重大貢獻

    上一個 下一個
沒有結果
查看所有結果
歐洲之聲 Sino Euro Voices
沒有結果
查看所有結果
首頁 English

“Chinas Hände sind überall”

Cicero, Ralf Hanselle文 /Cicero, Ralf Hanselle
2020-12-07
在 English, 人權觀察, 關注熱點
“Chinas Hände sind überall”

Cicero, Magazin für politische Kultur, No. 17, Dezember, 2020

转换简体
分享到 Facebook分享到 Twitter分享到 Line分享到 WeChat

Immer mehr Künstler warnen vor der sanften Macht Chinas. Auch Tienchi Martin-Liao kritisierte Pekings Einflussnahme auf die Kulturszene des Westens.

推薦新聞

中國正在日本複製對台滲透模式

中國正在日本複製對台滲透模式

2026-09-04
時薪74歐元vs.12歐元:大眾文件披露德中工廠的比較

時薪74歐元vs.12歐元:大眾文件披露德中工廠的比較

2026-09-04

Aus Cicero, Magazin für Politische Kultur, No. 17, Dezember 2020

Das Gespräch führte RALF HANSELLE

Frau Tienchi Martin-Liao, in einem Gedicht des von Ihnen übersetzten Lyrikers Gui Minhai, in dem der Krieg der chinesischen Staatsführung gegen Schriftsteller und Dissidenten geschildert wird, heißt es: „Der Angriff aus dem Hinterhalt traf mich in einem fremden Land“. Heißt das, dass China seinen kritischen Künstlern auch jenseits der eigenen Grenzen Schaden zuzufügen versucht?

Tienchi Martin-Liao: Ja, Gui Minhai selbst ist das beste Beispiel für dieses Bestreben. Der Autor hat seit den Neunzigerjahren die schwedische Staatsbürgerschaft und sitzt dennoch in einem chinesischen Gefängnis. Man hat ihn 2015 von Bangkok aus, wo er eine Wohnung besaß, nach China verschleppt. Später hat man ihn ohne Gerichtsverhandlung in China festgehalten. Vor einem Jahr dann ist er zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden – unter anderem, weil man ihm vorgeworfen hat, Staatsgeheimnisse verraten zu haben. Er ist ein komplizierter Charakter, er hat Bücher über chinesische Funktionäre geschrieben, Klatschliteratur. Aber der Vorwurf, er habe Staatsgeheimnisse verraten, ist natürlich nicht haltbar.

Welches Land hat Gui Minhai in seinem Gedicht also gemeint?

Jedes Land, das nicht China ist. Hongkong, Thailand – egal. China hat seine Hände überall.

Auch in Europa?

Ja, auch in Schweden und selbst in Deutschland.

Jüngst behauptete der chinesische Exil-Künstler Ai Weiwei, nachdem man ihm in Deutschland untersagt hatte, eine Installation auf dem Potsdamer Platz aufzustellen, Deutschland sei mit seiner wirtschaftlichen Anbiederung an die Volksrepublik auf dem besten Weg, die 23. Provinz Chinas zu werden. Ist das nur Ausdruck des gekränkten Stolzes eines meinungsstarken Intellektuellen?

Ai Weiwei hat bewusst übertrieben. Er witterte chinesische Interessen hinter der Absage seiner Installation. Dennoch schwinkt ein Fünkchen Wahrheit in seinem Statement mit. Im September hat es eine Videokonferenz von Angela Merkel, Charles Michel und Ursula von der Leyen mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping gegeben. Es war sehr ungewöhnlich, dass die Bundeskanzlerin die chinesische Menschenrechtspolitik und das Vorgehen gegenüber den Uiguren in so offener Form zur Sprache gebracht hat. Bis dato hatte die China-Politik der Bundesregierung stets eine Schlagseite in Richtung der wirtschaftlichen Interessen. Ich werfe das der Regierung Merkel gar nicht vor. Sie macht nur ihren Job. Aber es gäbe Vertreter der Zivilgesellschaft – Journalisten, Intellektuelle, Künstler – , die theoretisch alles sagen dürften, was sie wollen. Wir haben alle Freiheiten, aber wir schweigen.

Der Schauspieler Richard Gere, bekannt für sein Engagement für den Dalai Lama und die Tibeter, aber auch sein Kollege Harrison Ford behaupten seit längerem schon, dass auch westliche Künstler Probleme bekämen, wenn sie die chinesische Menschenrechtspolitik offen anprangerten.

Ja, das stimmt. Und wer nicht so prominent ist wie Gere, der wird von Chinas Machthabern gegängelt. Die Künstler in Taiwan etwa haben diesbezüglich viele Probleme. Erst neulich hat es den Fall einer jungen taiwanesischen Cello-Spielerin gegeben, die in China aufgetreten ist. Man hat sie dazu gezwungen, auf offener Bühne vor die chinesische Flagge zu treten und dort zu bekennen, dass China ihr Vaterland sei. Es gibt immer wieder solche Berichte. Es gibt Beispiele dafür, dass sich der chinesische Markt für all jene Künstler schließt, die einen solchen Kotau vor den Machthabern nicht mitmachen. Das gilt übrigens auch für westliche Wissenschaftler. Die US-amerikanischen Sinologen Perry Link und Andrew Nathan etwa dürfen aufgrund ihrer kritischen Äußerungen nicht mehr in China einreisen.

Chinas Hände sind überall, so sagt Tienchi Martin-Liao

Auch die deutsche Sinologie stand immer wieder in der Kritik, zuletzt etwa nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an den vor drei Jahren verstorbenen Schriftsteller Liu Xiaobo.

Ja, aber diese Kritik liegt bereits Jahre zurück. Und seither ist es nur noch schlimmer geworden. Die meisten deutschen Sinologen haben keine Ethik. Doch die wäre nötig in einer freien Wissenschaft. Oft geht es um den eigenen Vorteil und um die Angst, nicht mehr nach China reisen zu dürfen. Ich kenne emeritierte Professoren, die heute in China leben und sich von der Regierung hofieren lassen. Das sind Menschen, die für gutes Geld Selbstzensur üben, denn natürlich darf man in China nicht alles sagen und alles lehren.

Muss man denn für einen solchen Maulkorb bis nach China reisen? In der Kritik steht seit vielen Jahren ja auch die Kooperation mit den international agierenden Konfuzius-Instituten.

Diese Institute sind sehr raffiniert. Sie geben sich kooperativ und tun nach Außen so, als ginge es um die Förderung der chinesischen Sprache und Kultur. Aber schon die Struktur und Verfasstheit der Konfuzius-Institute ist problematisch: Die deutsche Seite stellen Räume – zumeist innerhalb einer hiesigen Universität – sowie den Präsidenten, die Chinesen stellen den Vize-Präsidenten, übernehmen die Kosten und organisieren das Lehrmaterial. Das ist eine unglaubliche Expansion der chinesischen Soft Power.

Das klingt doch eigentlich wunderbar – ganz wie das Ideal deutscher Kulturpolitik der Siebzigerjahre. Damals hat man unter dem Motto „Wandel durch Annäherung stand“ betont, dass auswärtige Kulturpolitik keine Einbahnstraße sein dürfe, sondern in zwei Richtungen offen bleiben müsse.

Natürlich muss man selbst mit dem Teufel in einen Dialog treten, und gegen die Vermittlung von Sprache und Kultur ist zunächst nichts sagen. Doch dahinter steckt etwas Anderes; in einer Diktatur gibt es immer eine zweite, geheime Botschaft. Mit den Konfuzius-Instituten wollen die chinesischen Machthaber einen Fuß in deutsche Universitäten bekommen. Natürlich gibt es dort keine offene Propaganda, und man redet nicht der Unterdrückung der Tibeter oder der Uiguren das Wort. Derlei Themen werden totgeschwiegen. Die Beeinflussung läuft unterschwellig, und in Ländern wie Deutschland ist sie vielleicht nicht so offensichtlich wie in Ländern mit schwachen Regierungen.

Glauben Sie wirklich, westliche Studierende könnten anfällig gegenüber kommunistischer Propaganda sein?

Stellen Sie sich junge Deutsche vor, die zum ersten Mal in Kontakt mit der chinesischen Kultur kommen. Die sehen nicht die Umerziehungslager und die Gefängnisse; die sehen große Ingenieursleistungen, die sehen Brücken, Schnellzüge, Flugzeugträger. Das kann einen als junger Mensch durchaus faszinieren. Schon einmal, in der Zeit der ´68er-Bewegung, waren gebildete Deutsche anfällig für die totalitären Gedanken Maos. Natürlich waren das andere Zeiten. Damals wusste man hierzulande nichts über China, aber man hat seine eigenen Vorstellungen in das Land hineinprojiziert. Man schaut eben immer gerne auf die Zuckerseiten und nicht darauf, dass in China Menschen für die Meinungsfreiheit im Gefängnis sitzen.

Diese Zuckerseite wurde jüngst auch in den Regalen einer deutschen Buchhandlungskette präsentiert: Der Marktführer Thalia hatte einen Deal mit einem chinesischen Staatskonzern abgeschlossen, der die exklusive Präsentation chinesischer Bücher zum Inhalt hatte. Seither werden in ausgewählten Thalia-Filialen auch Propagandareden Xi Jinpings angeboten.

Das ist das Gleiche wie bei den Konfuzius-Instituten. Wieder geht es der chinesischen Seite darum, die Blicke auf sich zu ziehen: Schaut her, unser Staatspräsident ist jetzt auch in deutschen Buchhandlungen präsent!


Eine Sprecherin von Thalia hat behauptet, dass es dem Konzern einzig um die Befriedigung von Kundenwünschen ginge.


Bei dem Thalia-Deal geht es nicht um das große Geschäft, und vermutlich wird diese Propaganda auch keinen Einfluss auf das Denken der Kunden und Käufer haben. Es geht um Privilegien. Wenn Sie mich fragen, die Bücher Xi Jinpings gehören in den Keller, ebenso wie die Bücher Adolf Hitlers. Eine deutsche Buchhandlung sollte keinen Platz für Propaganda schaffen, sie sollte Platz für die Literatur von Dissidenten offenhalten. Hat man bei Thalia etwa je von Liu Xiaobo gehört? Dem sollte man einen Ehrenplatz in einer westlichen Buchhandlung geben.

Das Denken des von Ihnen übersetzten Schriftstellers Liu Xiaobos war stark geprägt von der europäischen Aufklärung und von der Philosophie Kants und Hegels. Von letzterem Philosophen stammt die Überzeugung, dass in der Geschichte letztlich ein Voranschreiten der Freiheit zu beobachten sei. Wenn man mit diesem Gedanken auf das heutige China blickt, muss man dann nicht sagen, dass das naiv ist?

Nein, Hegel hat sich nicht geirrt, auch nicht Liu Xiaobo. China hat einen Sonderweg genommen. Man hat in den zurückliegenden Jahrzehnten immer geglaubt, dass es in China einen Wandel durch Handel geben würde. Überall auf der Welt hat dieses Prinzip funktioniert, aber offensichtlich nicht in China. Hier lässt die Regierung die Bevölkerung nicht an der Macht teilhaben. Man gibt den Massen etwas Wohlstand, man baut ihnen schöne Shopping Malls. Das scheint den Menschen zu genügen. Alle westlichen Politiker, Psychologen und Ökonomen haben sich geirrt: Es gibt in China keinen Wandel durch Handel. Diese Gesellschaft hat einen gefährlichen Sonderweg eingeschlagen. Dafür gibt es viele Gründe. Einer hat ganz sicher mit der chinesischen Mentalität zu tun. Die Menschen in China sind unterwürfig.

Und dennoch gibt es Schriftsteller und Intellektuelle, die aus dieser Tradition auch weiterhin ausscheren. Welche Rolle spielen diese dissidentischen Kräfte in der gegenwärtigen Gesellschaft Chinas?

Ich denke schon, dass die Texte und Gedanken dieser Autoren Gewicht haben. Schon in der Kulturrevolution sind Menschen zum Tode verurteilt worden, einfach weil sie ihre Meinung auf ein Stück Papier gekritzelt haben. Die chinesische Regierung stellt heute bis zu sechs Agenten ab, um einen einzigen aufmüpfigen Schriftsteller rund um die Uhr zu bewachen. Was für ein Aufwand für einen Menschen, der ein bisschen schreibt. Die Regierung sagt, es ginge um die Aufrechterhaltung der Stabilität, und der Etat, den sie für dieses Ziel aufwenden, ist höher als der Verteidigungsetat. Worte haben also noch immer eine Macht, auch wenn eher die visuellen Medien in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen haben und besonders junge Menschen immer weniger lesen. Wenn das so weitergeht, verliert man natürlich die Beziehung zur Sprache. Der Stift berührt das Papier immer seltener. Die Sprache wird einfacher, die Worte brutaler. Da geht etwas verloren, nicht nur in China.

Wir sprachen zu Beginn über dieses Gedicht von Gui Minhai. Darin heißt es an anderer Stelle: „Wenn ein automatisches Gewehr auf ein Stift zielt, wird die Geschichte zerfetzt“.

Ja, die jungen Leute haben kaum noch einen Bezug zur Geschichte, das gilt auch für junge Chinesen in Deutschland. Für meine Generation zum Beispiel war das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Jahr 1989 eine Bombe, die in unseren Köpfen explodiert ist. Jedes Jahr zum Jahrestag demonstrieren Exil-Chinesen, um an dieses Ereignis zu erinnern. Doch es werden mit jedem Jahr weniger. Die jungen Menschen interessiert das nicht mehr, zum Teil haben sie noch nie davon gehört. Sie interessieren sich für das neue China – für Technologie und Stärke. Das ist traurig und gefährlich.

標籤: CiceroGui MinhaiLiu XiaoboRalf HanselleTienchi Martin-Liao
分享Tweet分享分享
上一篇文章

【戰犯與英烈——軍統精英廖宗澤】:第四章 初入黃埔軍校(上)

下一篇文章

【墨爾本夜話】:中國留學生依然愛澳洲 數量不降反升!

Cicero, Ralf Hanselle

Cicero, Ralf Hanselle

相關文章

中國正在日本複製對台滲透模式
政經論壇

中國正在日本複製對台滲透模式

2026-09-04
時薪74歐元vs.12歐元:大眾文件披露德中工廠的比較
政經論壇

時薪74歐元vs.12歐元:大眾文件披露德中工廠的比較

2026-09-04
杜斌:我對這裡的人們懷有深摯的愛與痛,所以貼近大地、艱難前行
人權觀察

杜斌:我對這裡的人們懷有深摯的愛與痛,所以貼近大地、艱難前行

2026-09-03
中尼邊境山洪 人禍大於天災
專文

中尼邊境山洪 人禍大於天災

2026-09-03
G20財長會19國同意應對廉價出口 唯獨中國反對
關注熱點

G20財長會19國同意應對廉價出口 唯獨中國反對

2026-09-03
北京為台海戰爭大修國防動員法
政經論壇

北京為台海戰爭大修國防動員法

2026-09-02
下一篇文章
【墨爾本夜話】:中國留學生依然愛澳洲 數量不降反升!

【墨爾本夜話】:中國留學生依然愛澳洲 數量不降反升!

德國農民以自己的方法點亮疫情黑夜

德國農民以自己的方法點亮疫情黑夜

【四通故事】:第三章初試啼聲(16)王安時

【四通故事】:第三章初試啼聲(16)王安時

熱門文章

雙城怒吼破酷暑:中國民主黨英國總部同日抗議中共新法《民族團結促進進步法》

雙城怒吼破酷暑:中國民主黨英國總部同日抗議中共新法《民族團結促進進步法》

2026-08-16
中國正在日本複製對台滲透模式

中國正在日本複製對台滲透模式

2026-09-04
站在人性與道義角度論英雄——向李卓仁、鄒幸彤、何俊仁致敬

站在人性與道義角度論英雄——向李卓仁、鄒幸彤、何俊仁致敬

2026-08-27
香港支聯會案 李卓人、鄒幸彤「煽顛」罪成

香港支聯會案 李卓人、鄒幸彤「煽顛」罪成

2026-08-21
男大難婚,女大難嫁:中國婚姻狀況

男大難婚,女大難嫁:中國婚姻狀況

2026-08-28
【文革60週年】紀念文革: 我的「低種姓」生活(上)

【文革60週年】紀念文革: 我的「低種姓」生活(上)

2026-08-24
谷瑞生:中國對台灣的主權主張缺乏國際法依據

谷瑞生:中國對台灣的主權主張缺乏國際法依據

2026-08-17
歐洲之聲

歐洲之聲網站根植於歐陸,創刊於庚子年新冠疫情席捲全球之際。數據化時代早已來臨,面對浩瀚的知識和信息海洋,太容易迷失方向。作為長年的媒體工作者,本網刊願為華語世界的讀者傳送平實可靠的資訊,也為追求民主、自由、人權的有識之士及愛好文藝的友朋提供寫作發文的平台。祈望這裡成為志同道合者共同耕耘的園地。

分類

  • English
  • 人文天下
  • 人權觀察
  • 六四專欄
  • 北京觀察
  • 古典音樂
  • 嚴家祺新著
  • 圖博特
  • 墨爾本夜語
  • 專文
  • 政經論壇
  • 文學世界
  • 文革60週年
  • 未分類
  • 歐洲風情
  • 比爾曼自傳
  • 民運交流
  • 淇園漫步
  • 潤南文苑
  • 田牧新著
  • 田牧筆談
  • 老陳時評
  • 老魏論天下
  • 胡平論政
  • 視頻薈萃
  • 追思萬潤南
  • 關注熱點
  • 雪山下的火焰
  • 香江寄語
  • 歐洲風情
再見,巴塞羅那!

再見,巴塞羅那!

2026-08-05
歐洲民主防護盾 為何與如何打造

歐洲民主防護盾 為何與如何打造

2025-11-20

適用電子郵件訂閱網站

輸入你的電子郵件地址訂閱網站的新文章,使用電子郵件接收新通知。

關注我們

沒有結果
查看所有結果
  • 首頁
  • 關注熱點
  • 政經論壇
  • 人權觀察
  • 人文天下
  • 歐洲風情
  • 文學世界
  • 視頻薈萃
  • 專文
    • 墨爾本夜語
    • 香江寄語
    • 胡平論政
    • 北京觀察
    • 潤南文苑
    • 淇園漫步
    • 老陳時評
    • 雪山下的火焰
  • English
  • 古典音樂
  • 田牧新著

© 2020 歐洲之聲 Sino Euro Voices.

歐洲之聲網站使用 cookie 為您提供更好的使用體驗, 請閱讀我們的 隱私權政策,通過使用表示您確認並同意我們的政策。