【六四專欄】在天安門屠殺三十七週年紀念日之際
羅蘭德·庫納牧師(Roland Kühne,德國職業高校牧師、教師)在歐洲之聲與中國民主黨歐洲總部舉辦的「堅持八九精神,推動憲政民主——2026年六四37週年全球紀念大會」上演講,全文如下:
親愛的兄弟姊妹們,我從肯彭(Kempen)向大家致以問候!
今天,我們聚集於此,是為了紀念1989年6月3日至4日夜間在北京發生的那場事件。天安門廣場已成為人們渴望建立一個更開放、更公正的社會的象徵。
今天,我們緬懷逝者、傷者及其親屬。我們致敬那些勇者,他們不顧巨大的個人安危,毅然挺身捍衛自己的信念。他們對自由、人性尊嚴和民主的堅守,值得我們永遠記得與崇敬。
然而,對1989年「六四」事件的記憶絕不應僅停留在過去。它呼喚我們將目光投向當下。當年在天安門廣場上的人們所為之奮鬥的權利與自由,在當今世界的許多角落依然面臨著威脅。在過去的幾十年裡,許多國家的民主制度遭受了重壓,甚至已徹底淪喪。威權統治、政治迫害以及對言論自由的壓制,至今仍在深刻地影響著無數人的生活。
因此,天安門事件的紀念,為那些直到今日仍在倡導自由與民主環境的人們,架起了一座橋樑。我們緬懷中國公民記者張展,她因堅持追求真相與透明而身陷囹圄。我們緬懷新疆的維吾爾族人民,以及身處伊朗、俄羅斯和土耳其,為捍衛基本權利、法治精神與政治參與權而挺身而出的人們。
我們關懷台灣人民,他們正堅守自己的民主社會,捍衛自由決定自身政治未來的權利。我們亦關懷烏克蘭人民,他們正捍衛自主決定國家未來的權利。
儘管地域與境遇各異,但將他們緊密相連的,正是那股曾感召1989年示威者的共同渴望:對自由、尊嚴與民主自決權的追求。
銘記歷史,意味著肩負責任。這意味著我們要守護關於歷史不公的真相,並為那些本欲被強行消音的人發出吶喊。如今,凡紀念1989年「六四」受難者的人們,絕非僅僅在追憶一段悲愴的歷史篇章;同時,他們更是在重申那些當年的示威者所堅守的普世價值——而這些價值,正是當今世界各地的人們仍在為之不懈奮鬥的目標:即民主、人權,以及每一個人自由及尊嚴。
感謝各位的聆聽!
Zum 37. Gedenktag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens
Liebe Schwestern und Brüder, ich grüße Euch alle aus Kempen!
Wir sind heute zusammengekommen, um an die Ereignisse der Nacht vom 3. auf den 4. Juni 1989 in Peking zu erinnern. Der Platz des Himmlischen Friedens wurde zu einem Symbol für den Wunsch nach einer offeneren und gerechteren Gesellschaft.
Heute gedenken wir der Toten, der Verletzten und ihrer Angehörigen. Wir erinnern an den Mut derjenigen, die trotz großer persönlicher Risiken für ihre Überzeugungen eintraten. Ihr Einsatz für Freiheit, Menschenwürde und Demokratie verdient unser Andenken und unseren Respekt.
Die Erinnerung an den 4. Juni 1989 darf jedoch nicht bei der Vergangenheit stehen bleiben. Sie fordert uns auf, die Gegenwart in den Blick zu nehmen. Die Menschen auf dem Tiananmen-Platz kämpften für Rechte und Freiheiten, die auch heute vielerorts bedroht sind. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Demokratie in zahlreichen Ländern unter Druck geraten oder verloren gegangen. Autoritäre Herrschaft, politische Verfolgung und die Unterdrückung freier Meinungsäußerung prägen weiterhin das Leben vieler Menschen.
Deshalb schlägt das Gedenken an Tiananmen eine Brücke zu denjenigen, die sich auch heute für Freiheit und demokratische Verhältnisse einsetzen. Wir denken an die chinesische Bürgerjournalistin Zhang Zhan, die für ihren Einsatz für Wahrheit und Transparenz inhaftiert wurde. Wir denken an die Uigurinnen und Uiguren in Xinjiang, an die Menschen im Iran, in Russland und in der Türkei, die für grundlegende Rechte, Rechtsstaatlichkeit und politische Teilhabe eintreten.
Wir denken an die Menschen in Taiwan, die ihre demokratische Gesellschaft und ihr Recht verteidigen, frei über ihre politische Zukunft zu entscheiden. Und wir denken an die Menschen in der Ukraine, die ihr Recht verteidigen, selbst über die Zukunft ihres Landes zu bestimmen.
Die Orte und Umstände mögen unterschiedlich sein. Doch sie verbindet derselbe Wunsch, der auch die Demonstrierenden von 1989 bewegte: das Streben nach Freiheit, Würde und demokratischer Mitbestimmung.
Erinnerung bedeutet Verantwortung. Sie bedeutet, die Wahrheit über historisches Unrecht zu bewahren und denjenigen eine Stimme zu geben, die zum Schweigen gebracht werden sollten. Wer heute der Opfer des 4. Juni 1989 gedenkt, erinnert nicht nur an ein tragisches Kapitel der Geschichte. Er bekräftigt zugleich die universellen Werte, für die die Demonstrierenden damals eingetreten sind und für die Menschen auch heute weltweit kämpfen: Demokratie, Menschenrechte und die Würde jedes einzelnen Menschen.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!




















